Aus aktuellem Anlass präsentieren ZIAS
(Zentrum für Interamerikanische Studien) und LAI-Sektion Tirol
gemeinsam mit dem Internationalen Film Festival Innsbruck einen
Spielfilm vom ehemaligen Kulturminister, Raoul Peck in Haïti:
L’HOMME SUR LES QUAIS - DER MANN VOM
QUAI
Montag 22.3.2010, 19.30, Leokino 2
Sarah erinnert sich; an ihre Kindheit
im Haíti der Duvalier Diktatur, an eine finstere Periode von
willkürlicher Gewalt und täglicher Angst. Damals war sie acht.
Sarahs Erinnerungen fügen sich mosaikartig zusammen. Über die
Figuren des machtsüchtigen Janvier und der stolzen Großmutter
dringt Peck in die Psychologie von Macht und Subversion ein. Die
Figurenkonstellation hebt die Vorstellung einer anonymen, großen
Macht auf und zeigt, wie klein der menschliche Bezugsrahmen ist, in
dem sich die Spiele von Macht und Gewalt zutragen.
„ Nicht die großen Ereignisse, nicht
der große politische Lärm interessieren Peck. Er konzentriert sich
auf die kleinen Gesten der Protagonisten im sonnendurchfluteten und
verstaubten Dorf seiner Handlung. Die Perspektive des Kindes, aus der
heraus er erzählt, ist ihm natürlich nützlich. Der Blick des
Kindes, der hier vor allem der Blick des Mädchens auf die Strasse,
ins Freie, in die nächste Welt draußen vor der Tür ist, ist
gleichzeitig auch der Blick, der das Leben des Kindes verändern
wird, denn da draußen spielen sich Dinge ab, die es so leicht nicht
verarbeiten kann und will.“ (Walter Ruggle)
Canada/Frankreich 1993; Regie: Raoul
Peck; Buch: R. Peck, André Grall; Kamera: Armand Marco;
DarstellerInnen: Jennifer Zubar (Sarah), Toto Bissainthe
(Großmutter), Jean-Michel Martial (Janvier), Patrick Rameau
(Gracieux Sorel) u.a.; (35mm; 1:1,66; Farbe; 105min;
kreolisch-französische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).