Kino Mittelmeer
Giovanna Taviani erinnert mit ihrem Film FUGHE E APPRODI erfolgreich daran, dass auf den Äolischen Inseln eine einzigartige Filmproduktion Geschichte gemacht hat. IL POSTINO, geschrieben von Antonio Skármeta, ist noch das jüngste Meisterwerk, das auf Salina gedreht wurde. Alles andere ist der Kinogeschichte zuzuzählen. So STROMBOLI mit Ingrid Bergman und VULCANO mit Anna Magnani. Die Filme sehen ähnlich aus, der eine ist eine Art neorealistischer Film und der andere eine Art Hollywoodfilm in neorealistischem Gewande. Selten werden diese beiden Filme parallel gezeigt, denn der erste war sehr erfolgreich und der zweite fiel schon bei seiner italienischen Premiere komplett durch, aber beide sind Kinogeschichte.
Giovannia Taviani, Tochter von Vittorio Taviani, hat die Geschichten der Bewohner der Inseln nördlich Siziliens mittels Filmausschnitten von berühmt gewordenen Kinoerfolgen nachgezeichnet: ein Kommen und Gehen, ein Fliehen und Suchen nach der Heimat. Heute ist das Mittelmeer Symbol für Völkerwanderungen; Menschen versuchen, auf kleinen Booten von Afrika ins gelobte Europa zu kommen und werden meist schon von den Wogen aufgehalten. Wer möchte nicht auf den Liparen urlauben, Kapern essen oder den schmackhaften Malvasier genießen. Auch Nanni Moretti hat einen Teil seines filmischen Tagebuches dort aufgenommen und Antonioni hat seinen Liebesreigen L’AVVENTURA in Lisca Bianca gedreht. KAOS der Fratelli Taviani hat Novellen von Luigi Pirandello zum Inhalt und Giovanna Taviani spielt darin mit. Beim 21. IFFI wird eine Auswahl dieser "Inselfilme" gezeigt und als Zugabe wird LA TERRA TREMA von Visconti präsentiert, der in der Nähe von Catania gedreht wurde und das Leben der dort beheimateten Fischer beschreibt.
In Zusammenarbeit mit SalinaDocFest, Bozner Filmtage und dem Italien-Zentrum der Universität Innsbruck.
Helmut Groschup





